XF 18mm f2

Das XF 18mm f2 ist eine kleine Festbrennweite der ersten Generation, die zusammen mit der X-Pro1 und dem XF 35mm f1.4 und dem XF60mm f2.4 2012 auf dem Markt.

Seit dem sind nun 5 Jahre vergangen und im Hause Fujifilm hat sich reichlich was bewegt. Die aktuelle Kamera, die X-T3, scheint der Konkurrenz Druck zu machen. Das Portfolio ist mittlerweile auch ausgereift und man kann Fujifilm mittlerweile im spiegellosen Segment mit als Big Player zählen.

Das XF 18mm ist zwar erst 5 Jahre alt, aber das in einem Bereich, in dem Fujifilm absolutes Neuland betreten hat. In Anbetracht der Entwicklung der letzten Jahre stellt sich da definitiv die Frage:

Ist das XF 18 f2 noch zeitgemäß?

Abgedichtet gegen Staub und Spritzwasser ist es schonmal nicht. Das trifft allerdings auf einige Objektive der früheren Generationen aus dem Hause Fujifilm zu. Konzipert ist es als Pancake-Objektiv und damit ist es leicht und kompakt. An den Fujifilmkameras hat es eine Brennweite von 28mm (equivalent zum Kleinbild und nachvollgend immer als 28mm Objektiv aufgeführt) und ist damit ein Weitwinkel welches gerne für Reportage eingesetzt wird. Ich selber habe es als Immerdrauf auf meiner XPro2. Diese Kombination macht auch optisch einiges her und fällt voll in die Retro-Look.

 

 

Zahlen und Fakten

Das Glas wiegt ca. 118g mit und ist 4,1cm lang. Mit Gegenlichtblende verlängert sich die Größe auf 5,5cm und wird 20g schwerer. Das Objektiv habe ich bei EBay für 331€ erstanden, im Laden hätte ich 599€ bezahlt, also fast das doppelte. Hier geht es zu meinem Shop des Vertrauens.

Erster Eindruck

Die Gegenlichtblende ist aus Metall gefertigt, das fällt sofort auf und ist eine wunderbare Sache. Dies ist auch bei den beiden anderen Objektiven der ersten Generation der fall. Nachvollgende Linsen haben von Fuji lediglich, soweit ich das weiß, nur welche aus Plastik dazu bekommen. Das Äußerliche orientiert sich natürlich stark an der puristischen XPro1. Das sieht man zum einen am Blendenring, aber auch an der Gegenlichblende, die nach vorn viereckig zuläuft. Haptisch ist das Objektiv auf alle Fälle ein großes Vergnügen, alles wirkt sehr wertig, der Blendenring rastet satt ein und der Fokusring läuft weich und ruhig. Nicht vorhanden ist eine Entfernungsskala, die ich nebenbei gesagt bei einigen Linsen aus dem Hause Fujifilm vermisse. Da es sich hier um um ein Pancake-Objektiv handelt, ist dies nachvollziehbar.

Was mir  noch gefällt, ist der vordere Objektivdeckel. Dieser hält gut am Objektiv und macht einen sehr sicheren Eindruck. Auch etwas, was ich mir bei anderen Fujiobjektiven wünschen würde. Mein 16mm und das 90mm Objektiv haben beiden die gleiche Konstruktion. Da hat Fujifilm wohl generell etwas geändert. War allerdings auch notwendig, denn die alten Deckel sind wirklich grober Mist und ich bin froh noch keinen verloren zu heben.

Der erste Eindruck ist also erstmals mehr als positiv. Das Haar in der Suppe, sollte man danach suchen, ist das man den Objektivdeckel nicht abnehmen kann wenn die Gegenlichtblende noch am Objektiv ist. Dass heißt, erst die Gegenlichtblende abschrauben, Deckel abmachen und dann Gegenlichtblende wieder drauf machen. Wenn es schnell gehen muss, dann kann das hinderlich sein. Einen Spritzwasser- oder Staubschutz hat dieses Objektiv leider auch nicht, dies ist ebenfalls bei seinen Geschwistern der ersten Generation der Fall.

Autofokus

Flott. Der AF ist durchaus flott. Zumindest flotter als ich es angenommen hatte. Das ist sicherlich auch der aktuellen Firmware geschuldet, die man über die Kamera aktualisieren kann. Ich verwende das Objektiv zur Zeit nur an der XPro2. Hier ist das Objektiv, typisch Fujifilm, sehr zuverlässig. Aber ist gibt sicherlich schnellere Objektive von Fujifilm. Was diesem Objektiv wahrscheinlich zu Gute kommt, ist das durch die Bauweise die Wege nicht so lang sind.

Laut. der kleine Racker ist durchaus laut. Wenn man mit diesem Objektiv an einem Ort ist, wo wenig Geräusche falllen sollen (zum Beispiel im Einsatz für Geheimagenden) dann sollte man hier wohl eher den manuellen Fokus wählen. Beim Fokusieren entsteht immer ein kleiner, aber spürbarer Ruck am Objektiv, als wöllte die Linse alles hineinwerfen in ihr Gelingen. Mich stört dies nicht wirklich, aber ich bin ja auch kein Geheimagent.

Bildqualität

Ich hatte im Vorfeld einiges über das Objektiv gelesen. Es gab einige die waren sehr zufrieden und andere die es eben nicht waren. Ich persönlich muss sagen dass ich über die optische Qualität der Linse erstaunt bin. Für seine kompakte Bauweise liefert es sehr gute Ergebnisse bei Offenblende im Zentrum ab. Zum Rand hin äußern sich dann aber dennoch Schwächen, hier wird es sichtbar weicher. Die Schärfe steigert sich beim Schließen der Blende dann vor allem zum Rand hin.

Gecropte Bilder aus dem Zentrum:

 

Gecropte Bilder aus den Bildecken:

Das Bokeh ist ok. Im Nahbereicht ist das Bokeh sehr schön weich und angenehm. Wenn das Objekt weiter entfernt ist, dann kann es zu einem sehr unruhigen Bokeh im Hintergrund kommen. In Anbetracht der Bauweise ist das allerdings auch nicht wirklich anders zu erwarten. Deswegen bin ich mit dem Bokeh dieser Linse eigentlich auch sehr zufrieden.

Chromatische Aberrationen gibt es deutlich im Randbereich und verschwinden dann beim Abblenden auf f4. Ich benutze für die RAW-Entwicklung Capture One und hier werden die CA`s sehr gut korrigiert, daher spielt dies für mich nicht die große Rolle.

Was für mich ebenfalls keine große Rolle spielt ist die Vignettierung. Es gibt eine Abdunklung zum Rand hin und ich würde diese auf ca. 1,5 Blenden schätzen. Ich arbeite persönlich sehr gerne mit einer Vignette und bin daher auch nicht unzufreiden mit diesem Wert.

Fazit

Ich habe mir dieses Objektiv gekauft als Ersatz für die X100F und dem WCL Konverter. Da ich mich zwischen meiner XPro2 und der besagten X100F entscheiden musste, habe ich mir ein Objektiv gewünscht, welches bei Offenblende stärker ablichtet, klein, leicht und bei ca. 28mm (bezogen aufs Vollformat) liegt.

Bis jetzt wurde ich absolut nicht enttäuscht. Vielmehr bin ich über die gute Performance erstaunt. Dieses kleine Ding macht einen guten Job. Vielleicht sogar einen sehr guten. Man muss allerdings seine eigene Erwartungshaltung kennen. Für mich ist diese Linse ein Reportagelinse, ein Immerdrauf. Für unterwegs perfekt geeignet und bei Geburtstagen etc. gut im Einsatz. Ich werde diese Linse mit Sicherheit auch mal für ein Peopleshooting benutzen und dann auch darüber noch Worte finden.

Die offenkundige Schwäche im Randbereich bei Offenblende ist für mich nicht wirklich von Bedeutung, denn wenn ich eine höhere Schärfe haben möchte, dann nehme ich das XF16mm f1.4 oder das XF23mm f1.4 zur Hand.

Für mich eigentlich, bezogen auf den Einsatzzweck, ein ideales Objektiv. Allerdings kommt da noch der Preis von 599€ um die Ecke, die dieses Objektiv nicht gerade zu einem Schnäppchen machen. Dieser Preis fällt für mich ein wenig zu hoch aus. Allerdings gibt es für das Fujisystem nichts vergleichbares, daher muss man diesen Preis akzeptieren oder sich nach einer anderen Kinse umschauen. Das Canon 28mm f2.8 kommt mit einem Ultraschallmotor und einem Bildstbilisator und kostet ca. 440€. Bei Nikon gibt es ähnliche Angebote und somit hinterlässt das Objektiv im Vergleich zu anderen Linsen einen gemischten Eindruck. Es lohnt sich definitiv der Blick in den Gebrauchtmarkt.

 

 

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