X100F – Das kleine Kraftpaket

Ich wollte immer eine Kamera der X100-Serie haben. Zuerst war es der Urvater, die X100, dann sie S und dann die T. Letztendlich hatte ich keine dieser kameras jemals besessen, aber dafür die X100F.

Die X100F hatte ich mir im Mai 2017 vor meinem Londonurlaub gekauft. Gebraucht für 741€ und das nur ein paar Monate nach der Veröffentlichung. Die UVP lag damals bei 1400€ und dies war für mich nicht erschwinglich. Dem günstigen Preis ging natürlich ein Kompromiss einher, die X100F hatte äußerlich gelitten. Deutlich gelitten. Als ich diese Kamera bei EBay entdeckte wollte ich sie in ein behüteteres Zuhause holen. Mit der X100F kamen dann auch zeitgleich die beiden neuen Konverter WCL II und TCL II zu mir, die aus der festverbauten 23mm Linse eine 19mm, bzw. 33mm Linse zaubern. Beides Linsen zusammen kosteten mich nochmals 500€ und liesen somit einen finanziellen Schaden von fast 1400€ zurück. Denn Zubehör brauchte ich ja auch noch, zum Beispiel eine Gegenlichblende, eine Gürteltasche für die Linsen (sieht scheiße aus, ist aber zweckdienlich) und ein Kameragurt. Ich wollte diese Kamera haben, damit ich etwas kleines für unterwegs hatte. Neben der XPro2 und meinen Wechselobjektiven war eine kleine und leichte Alternative immer willkommen.

Das Ganze hat System

Die X100F (und ihre Vorgänger auch) ist nicht nur eine Kamera. Das Ganze ist ein geschlossenes System. Damit meine ich nicht nur dass man mit Hilfe der Konverter die Brennweiten verändern kann. Das Ganze Ausmaß geht noch viel weiter als das! Eine X100, gemeinsam mit den beiden Konvertern ist fast alles was man zum arbeiten benötigt.

Ich will es mal genauer erklären:

– Makrofähig: Die kleine Kamera kann Makros aufnehmen. Die Naheinstellgrenze liegt bei nur 10cm.

– Zentralverschluss: Das Objektiv hat einen Zentralverschluss, welsche Belichtungszeiten von bis zu 1/2000sek erlaubt beim Arbeiten mit einem Blitz

– Digitaler Zoom: Ich kann neben der optischen Verlängerung durch den TCL weitere Telebrennweiten digital einstellen

– Filmsimulation: dafür ist Fujibekannt, das wunderbare Arbeiten mit JPEG.

– Digitaler und optischer Sucher: Je nach Bedarf kann ich zwischen den beiden wählen

– X-Trans Sensor: Der gleiche Sensor wie in der XPro2 oder der X-T3. Das bedeutet hervorragende Bildergebnisse, auch bei wenig Licht.

– Elektronischer und Mechanischer Verschluss: Bei Bedarf also auch lautlos bis zu 1/32.000sek

– Interner Graufilter: nimmt 3 Blendenstufen an Licht weg bei Bedarf

– und weitere tolle Eigenschaften

Leistung – Caprio oder Kombi?

Das der Sensor der gleiche wie in den aktuellen Kameras aus dem Hause Fujifilm ist, gibt es da erstmal nicht viel zu berichten. Hier muss man also die Leistung am Objektiv festmachen. Das Objektiv wurde übrigens ni verändert und ist das gleiche wie beim Opa der reihe, der X100. Hier wollte man wohl keine Weiterentwicklung. Da dieses fest verbaut ist, lässt dieses auch keine Alternative zu. Die 23mm Linse kommt mit einer maximalen Blende von 2. Quasi lichtstark. Leider ist die Leistung bei ganz offener Blende nicht hervorragend. Ab Blende 2.8 sieht dies allerdings schon wesentlich besser aus. So wurde diese Einstellung dann auch zu meiner Arbeitsblende für fast alle Situationen. Im Nahbereich muss man allerdings noch weiter abblenden, denn sonst bleibt es auch hier recht weich. Chromatische Aberrationen oder eine deutliche Vignetierung sind mir nie wirklich aufgefallen. Hier hat Fuji scheinbar einen guten Job gemacht. Auch sonst ist die Bildqualität, mit kleinen Abstrichen  hervorragend. Man muss natrlich auch immer sehen was man für eine Art von Objektiv man hat. Diese Bauweise fordert auch an der einen oder anderen Stelle ihren Tribut, das kann und muss man akzeptieren.

Die beiden Konverter haben laut Hersteller weder Einfluss auf die Bildqualität, noch auf die Lichstärke. Dies kann ich so erstmal bestätigen, ohne dabei das im Labor nachgemessen zu haben. Was auffällt, ist dass die Konverter die Balance der Kamera doch recht stark beeinflussen. Gerade durch den TCL (von 23mm auf 33mm) wird die Kamera sehr Kopflastig. Ansonsten empfinde ich die Lösung mit den Konverter als sehr gut gelungen.

Der Autofokus ist schnell und Präzise, wahrscheinlich auch wegen der kurzen Bauweise der Linse.

Ein kleiner Alleskönner

Naja, nicht alles, aber verdammt viel kann die kleine Kamera. Es ist erstaunlich. Ich habe mit dieser kleinen Kamera wirklich gute Erfahrungen gemacht, weil sie einfach unglaublich vielseitig ist. Zusammen mit ein wenig Ausrüstung habe ich hier eine kleine und leichte Begleitung für Peoplefotografie, Reportage, Reise und Stillleben.

Auch was fürs Auge und die Hand

Die X100F ist eine sogenannte Edelkompakte. Mit diesem Begriff verbinde ich eher Luxus. Bezogen auf die Praxis, dass es schön aussieht, aber nicht viel kann (ähnlich wie Ass und Bube auf der Hand beim Poker). Die X100F bringt allerdings beides mit, Funktionalität und das wunderbare Äußere. Sie fühlt sich sehr wertig an, alles an dieser Kamera mach einen hochwertigen Eindruck. Und dies gerade mal bei 470g. Die Kamera passt in eine größere Hosentasche oder Jackentasche. Sie ist unauffällig für andere und für einen selbst, denn wenn man sie um den Hals hat, merkt man sie nach einer Zeit fast nicht mehr.

Und scheinbar ist diese Kamera auch sehr robust. Dies hat der Vorbesitzer meines Exemplar eindrucksvoll unter Beweis gestellt.

Das Haar in der Suppe

Wenn man danach sucht, dann findet man immer etwas. Ich hab da auch was gefunden.
Ich mag ja Fujifilm und seine Produkte mittlerweile sehr, was mir jedoch wirklich missfällt sind die Details an der ein oder anderen Stelle. Fangen wir mal beim Kameragurt an. Ich hatte ja bereits am Anfang schon geschrieben dass ich mir einen dazu gekauft habe. Der mitgelieferte ist für mich absolut inakzeptabel. Er ist absolut nicht bequem und macht einen billigen Eindruck. Es ist der selbe Gurt wie bei der XPro2 und der XPro1 und wenn ich mir bald die X-T3 kaufen werde, erwarte ich ebenfalls diesen. Den hätte man auch getrost weglassen können. Was man dann tatsächlich weggelassen hat ist ein Auslöseknopf und eine Daumenschale. Beides würde in der Produktion für Fujifilm nicht viel kosten, wäre aber eine schöne Beigabe. Gerade bei einer Kamera wie der X100F erwarte ich da ein wenig mehr Exklusivität. Diese Kritik teilen allerdings auch nicht alle. Einige sagen, so lässt Fujifilm die Möglichkeit seine Kamera zu individualisieren. Da mag etwas dann sein, dennoch würde ich mir was anderes wünschen.

Fazit

Cooles Teil! Lässt sich kaum was anders dazu sagen. Die X100F bringt einiges mit, vieles sogar. Letztendlich ist sie eine Kompaktkamera. Und in Anbetracht dessen, was man mit dieser Kamera alles machen kann ist das hervorragend. Sie geht weit über die Leistung vergleichbarer Produkte hinaus und lässt aus gutem Grund einige Herzen höher schlagen. Vorallem schafft Fujifilm hier auch wieder dem Anwender das Gefühl zu geben etwas besonderes in den Händen zu halten. man darf gespannt sein wie der Nachfolger sich entwickeln wird.

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