Erste Eindrücke zur Fuji XPro2 – Die neue alte Liebe

Hallo Gemeinde,

ENDLICH, endlich ist sie da. Die Fujifilm XPro2. Lang wurde sie ersehnt und nun kann man sie endlich käuflich erwerben. Ich habe direkt zugeschlagen und den stolzen Preis von 1.799€ berappt. Ich hatte mir bei meinem lokalen Fotoladen (Foto Wolf – http://www.foto-wolf-dresden.de/) extra eine reservieren lassen und Anfang der letzten Woche kam der überraschende Anruf. Eigentlich wollte ich dann nur fix rein in den Laden, bezahlen und schnell wieder gehen. Aber irgendwie war ich dann doch noch über eine halbe Stunde dort und habe mit dem Verkäufer geredet über Fuji, Leica, Olympus und und und…

Jetzt habe ich die XPro2. Endlich! Fujifilm hat tausende Fans der X-Kameras in Atem gehalten. Hunderte Gerüchte schwirrten seit Monaten durch die Gefilde der Communities, bis es am 15. Januar 2016 so weit war. Fujifilm gab zum ersten mal die XPro2 bekannt. Es dauerte allerding bis Anfang März bis die Kamera hierzulande zu kaufen war. Nennen wir es mal Marketing, wie Fujifilm seine Gemeinschaft in Spannung hält, aber ich habe mich schon lange nicht mehr so auf ein technisches Produkt gefreut wie auf dieses!

Ich habe die XPro2 jetzt seit gut einer Woche und möchte hier mal ein kleines Zwischenfazit abgeben, was mir bis jetzt aufgefallen ist. Das soll allerdings kein fertiger Test dieser Kamera sein. Dafür brauche ich länger Zeit und intensivere Nutzung.

Der erste Eindruck

„Neue alte Liebe“ passt hier so wunderbar, weil Fujifilm auf das bewerte Äußere setzt und dieses kaum geändert hat. Die XPro1 war schon eine schöne Kamera, die XPro2 setzt dies fort und weist eigentliche nur wenige Äußerliche Unterschiede auf. Diese Unterschiede macht die XPro2 allerdings gleich von Anfang an zu einer Gewinnerin, denn man merkt sofort das die Entwickler von Fuji die Wünsche der Fotografen beachtet haben. Zum einen besitzt die neue Fujikamera jetzt über ein ISO Wahlrad. Dieses ist kombiniert mit dem Wahlrad für die Belichtung. Wenn ich das Rad nach oben ziehe und drehe verändere ich die ISO, bei normalen drehen wird die Belichtungszeit angepasst.

Zum anderen ist auf der Rückseite ein Steuerkreuz mit dem ich den Fokuspunkt auswählen kann. Ich finde dieses Steuerkreuz sehr gut weil es die Wahl des Fokuspunktes ungemein verschnellert.

Alle Knöpfe auf der Rückseite sind nun auf der rechten Seite angebracht, auch das macht die Bedienung für mich leichter und effektiver.

Auf der Vorderseite ist ein weiteres Wahlrad mit dem ich die Belichtung während der Aufnahme anpassen kann. Das ist eigentlich sehr praktisch und wird mir wahrscheinlich in Zukunft auch noch sehr weiterhelfen. Zur Zeit ist es aber noch echt ungewohnt, da das Rad relativ klein und unmarkant ist.

Die Schraube für die Stativplatte ist jetzt mittig angebracht und versperrt nun nicht mehr den Weg zum Akkufach, insofern eine Stativplatte angebracht ist.

Die XPro2 hat ein getrenntes Fach für Speicherkarten und dem Akku. Mal sehen ob das praktisch ist, jedenfalls war es wohl nötig, da die XPro2 über 2 Kartenslots verfügt (für SD-Karten).

Ansonsten ist vieles beim Alten geblieben und das finde ich auch wirklich gut so.

Neuer Sensor – hohe Erwartungen

Wenn man bereit ist 1.799€ für einen Kamerabody zu bezahlen, dann hat man automatisch hohe Erwartungen an die Kamera. Fujifilm hat bereits mit den Vorgängern bewiesen, dass sie es schaffen, nicht nur eine schöne, sondern auch eine gute Digitalkamera auf den Markt zu werfen. Abgesehen mal von unzähligen Gerüchten um den Nachfolger der XPro1, hatte ich so meine eigenen Vorstellungen, Wünsche und Erwartungen an die Kamera. Zum einen sollten mehr Megapixel rein, gleichzeitig sollte sich die optische Qualität steigern, vorallem im Bezug zum Rauschen bei hohen ISO-Zahlen. Der Autofokus musste einfach schneller werden, gerade wenn man sich bei anderen Kameraherstellern umsieht, weiß man, was möglich sein kann (Sony A6300 zum Beispiel).

Glücklicherweiße wurden meine Hoffnungen erhört denn genau hier versprach  Fujifilm in allen Punkten Steigerung:

  • 24 Megapixel (statt 16MP)
  • schneller, präziser Autofokus
  • Aufnahmen von ISO 200 bis 12800 im RAW-Format möglich (Erweiterbar von ISO 100 bis 51200 bei Aufnahmen in .jpeg)
  • Spritzwasserresistenter Body
  • Bis zu 8 Bilder/Sekunde
  • Elektronischer Verschluss bis 1/32.000sek, mechanischer Verschluss bis 1/8000sek
  • Blitzsynchronisationszeit bis zu 1/250sek (statt 1/180sek)
  • Verbesserte Filmsimulationen, sowie den neuen Across-Film (SW-Simulation)
  • und weitere Verbesserungen

Ob Fujifilm in allen Punkten wirklich eine Verbesserung erzeugt hat, kann ich noch nicht genau sagen, aber bis jetzt sieht es ganz gut aus… 😀

ISO Performance

Hier habe ich für euch mal eine kleine ISO-Performance Reihe. Wenn ich Lust und Zeit habe mache ich mal einen direkten Vergleich mit der XPro1 dazu. Ich werde die Bilder ebenfalls in flickr hochladen, denn ich habe hier nur einen Upload von maximal 2MB. Wer es also ganz genau brauch klickt hier: ( https://www.flickr.com/photos/139891912@N07/albums/72157664842082269 , 100% Ansicht: https://www.flickr.com/photos/139891912@N07/albums/72157663200218954 )

Volle Ansicht:

100% Ansicht:

Ich bilde mir allerdings auch ohne direkten Vergleich ein auch so schon erkennen zu können dass sich einiges in der ISO Performance getan hat. Vorallem wenn man bedenkt, dass der Sensor statt 16MP jetzt 24MP hat. Es gibt einen wahrnehmbaren Schub von sichtbaren Rauschen von ISO 3200 zu 6400, ebenso von ISO 6400 bis 12800. Allerdings empfinde ich das Rauschen bei ISO 6400 mehr als moderat. Selbst ISO 12800 ist noch in Ordnung und auf alle Fälle zur Nutzung gedacht. Das jetzige ISO 12800 erinnert mich an das ISO 6400 bei der Fuji XPro1. Vielleicht ist es Einbildung…ich werde es in Zukunft überprüfen. ISO 25600 würde ich schon aufgrund des Umstandes das man hier nur in jpeg fotografieren kann, kaum einsetzen. Machbar wäre es aber. Dann lieber auf ISO 12800 in Raw fotografieren und die Blende in Lightroom wieder reinholen.

Autofokus

Ich mag die XPro1. Ich mag sie sehr! Ich mag sie sogar so sehr, dass ich damals meine Canon 6D und meine Sigma’s 35mm 1.4 und 50mm 1.4 der ART-Linie verkauft habe. Aber der Autofokus ist echt nicht der Hammer. Auch nach so manchen Update nicht. Gemeinsam mit dem 60mm f2.4 Makro braucht man in dunklen oder schwummrigen Lichtsituationen teilweise verdammt viel Geduld und Glück.

Die XPro2 legt da eindeutig  3 Schritte vor. Der Fokus war bei Fuji schon immer präzise, nun ist er auch echt zügig. Eine Steigerung zur X-T1 ist es und ein Meilenstein im Vergleich zur XPro1. Allerdings muss sich die Kamera noch in Shootings beweisen. Bis jetzt ist die Performance sehr überzeugend.

Bildqualität

Für ein Selfie reicht es auf alle Fälle…

Die Kameras der Fuji X-Reihe sind ja nun wirklich hinlänglich für ihre Bildqualität bekannt. Was soll man diesbezüglich noch schreiben? Denn Fujifilm scheint seine Tradition auch mit dieser Kamera konsequent fortzuführen. Mir fällt auf, das ich zuvor nie mit 24MP fotografiert hatte. Meine ehemaligen Kameras hatten alle weniger Auflösung, zwischen 8MP und 20MP war bis jetzt alles dabei und zuletzt musste ich mich mit 16MP zufrieden geben (Obwohl das in den meisten Fällen völlig ausreichend ist). Nun habe ich 24MP. Klingt nicht viel, für mich ist es allerdings imens. Ich bin fasziniert wie tief ich ins Bild zoomen kann und wie klar es trotzdessen bleibt.

Gemeinsam mit meinen Objektiven (Fuji 23mm f1.4 / 35mm f1.4 / 56mm f1.2 APD) scheint mich Fuji mit der XPro2 wieder einmal überzeugen zu können. Abgesehen davon, das ich das bei einem Preis von 1.800€ auch erwarte, ist es wirklich positiv zu erwähnen wie Fujifilm in allen Bereichen zugelegt hat. Nicht nur die Auflösung ist gestiegen, sondern auch die ISO-Empfindlichkeit und das Rauschverhalten ist dabei zurückgegangen. Gemeinsam mit dem Autofokus ist Fuji definitiv im Jahr 2016 angekommen.

PRO’s and CON’s

CON’s

  • RAW-Konvertierung: Ich bin ein wenig enttäuscht darüber, dass Fuji kein eigenes Programm zur Raw-Konvertierung mitliefert. Denn weder mit Silkypix noch mit meiner aktuellen Version von Lightroom 5.7.1 (Lightroom5 hab ich übrigens damals kostenlos zur Canon 6D dazu bekommen) habe ich die Raw’s verwenden können. Nach längerer Suche habe ich die Lösung im Adobe DNG Konverter gefunden. Ich muss nun meine Raw’s immer erst in DNG konvertieren und kann sie anschließend in Lightroom importieren. Es funktioniert, ist aber umständlich.
  • Kameragurt: Das ist mir bereits bei der XPro1 aufgefallen. Der Kameragurt von Fuji ist nicht die Welt. Vorallem der alte hat harte Kanten und war unbequem. Der neue ist besser, aber auch nicht wirklich komfortabel. Da frage ich mich warum Fujifilm so viel Kreativität und Liebe in die Gestaltung in ihre Kamera steckt und dabei dieses Detail vernachlässigt.

PRO’s

  • verlustfreie Raw-Konvertierung: Es lassen sich die Raw-Dateien verlustfrei komprimieren. Das dies noch nicht Standart bei allen Herstellen ist, wundert mich wirklich sehr. Vorallem weil ich von fast 50MB auf ungefähr 25MB zurückgehen kann, und das verlustfrei(!!!).
  • Funktionstasten: Ich habe mich noch nicht intensiv damit auseinander gesetzt, aber es besteht die Möglichkeit 6 Tasten auf der Kamera individuell zu belegen. Diese Tasten sind gut verteilt und machen das Arbeitsgerät für den eigenen Workflow schneller. Individuell ist allerdings viel bei Fuji. Ich kann mein Menü gestalten, genauso wie meine Automatikeinstellungen individualisieren. Großer Pluspunkt.
  • Hybridsucher: Das Umschalten von elektronischen und optischen Sucher empfinde ich als riesen Vorteil zu anderen Kamera’s. Dazu die Funtionen wie Fokuspeaking und Schnittbildindikator machen die Kamera zu einer modernen Spitzenkamera.
  • Elektronischer Verschluss, Größe und Gewicht: Da fühlt man sich wie ein Geheimagent, wenn sich leise zum Motiv hinbewegt und man unauffällig und absolut geräuchlos Bilder machen kann.
  • Filmsimulation: Ich fotografiere selten in Jpeg, allerdings wurde Fuji immer für seine Filmsimulation gelobt. Die verschiedenen Presets sehen einfach toll aus und lassen sich individualisieren. Für mich ist es praktisch, weil ich bei einem Shooting dem Modell zeigen kann, in welche Richtung die Stimmung gehen wird.

FAZIT:

Ich glaube es ist Liebe. Schon wieder schafft es Fujifilm eine Kamera auf den Markt zu werfen, die mir einfach gefällt. Sie ist eine in allen Belangen gesteigerte Version der XPro1. Auch wenn es äußerlich keine Welten sind die beide Kameras voneinander trennen, innerlich toppt die XPro2 alles. Nicht nur die kleine Schwester sieht dagegen blass aus, auch zur X-T1 mit ihrem „guten“ Autofokus kann da nicht im Ansatz mithalten.

Sind die 1.800€ jetzt nun ein gerechtfertigter Preis? Ich will das nicht nur an den technischen Spezifikationen festmachen. Die XPro2 ist eine Kamera die sich nahtlos in das System von Fujifilm einreiht. Und genau das ist der Punkt, der mich von Fuji am meisten überzeugt. Fujifilm hat ein System, zumindest sehe ich darin ein System. Ähnlich wie bei Leica oder auch Carl Zeiss. Die ziehen ihren Stiefel durch und überzeugen auch damit. Canon bringt zum Beispiel jetzt die Canon 80D raus, eine Kamera die kein Mensch braucht. Keine Inovation, keine Kreativität und kein Spirit. Fuji bringt das alles mit. Wer Fuji mag, der wird die XPro2 auch mögen. Und in dem Falle wird man auch die 1.800€ gerne bezahlen.

Zum schluss noch ein paar Schnappschüsse

Wer fragen hat, kann ir die gerne Stellen!

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